Neulich kam einer meiner Mitstreiter, ein Helvetier, mit der Patientenkopie einer Arztrechnung daher. Gründlich wie er ist, wollte er sie kontrollieren – um ggf. seine Versicherung zu informieren, falls etwas nicht der veritas entspräche. Nur: in welcher Sprache ist sie geschrieben? Da sie im reichlich spanisch vorkam, fragte er zuerst die Hispanier in unserer Kohorte. «No sé», also «weiss nicht», war die Antwort. Der Reihe nach konsultierte er unsere fremden Legionäre: Hellenen, Gallier, Westgoten, Ostgoten, Briten, Normannen, Phönizier und sogar Nubier und Ägypter. Kopfschütteln reihum. Schliesslich war es ein alter Seher, der wenigstens die Sprache zu entziffern glaubte: Tarmed. «Sind hier irgendwelche Tarmeden in unseren Reihen?» fragte ich beim nächsten Appell in die Runde. Wieder: Kopfschütteln reihum. Wo liegt wohl Tarmedistan? Mal im Internet nachschauen. Über eine Provinz namens Tarmedistan konnte ich zwar nichts finden. Aber immerhin: eine Lesehilfe für Tarmed-Rechnungen. Auf www.kostensenken.ch! Mein Helvetier war erleichtert, zumal sich auch die Arztrechnung als korrekt entpuppte. Ergo: Wir wissen nun, wie man tarmedisch spricht, aber vom Volk der Tarmeder keine Spur. Die spinnen, die Tarmeder!
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